Kirche rechnet mit Finanzproblemen nach Tarifabschluss

Bonn (KNA)

Nach dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst rechnen die katholische Kirche und die Caritas mit erheblichen finanziellen Problemen. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) teilte am Freitag in Bonn auf Anfrage mit, es sei zu befürchten, dass Diözesen, Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen wegen des Kostendrucks und der zurückgehenden Einnahmen längerfristig Stellen abbauen und ihre Aufgaben auf das unverzichtbar notwendige Maß einschränken müssten. Die katholische Kirche orientiert sich bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter am öffentlichen Tarifrecht.

Der stellvertretende VDD-Geschäftsführer Hans Wendtner erklärte in Bonn, die Höhe der Mehrkosten durch den Tarifabschluss stehe noch nicht fest. Er sehe aber erhebliche Probleme, weil das Kirchensteueraufkommen seit 10 Jahren stagniere und zur Zeit weiter rückläufig sei. Zusätzliche Ausgaben wie steigende Personalkosten können deshalb in der Regel nur durch Kürzungen an anderen Stellen aufgefangen werden. Die kirchlichen Arbeitgeber sähen sich auf der anderen Seite verpflichtet, ihren Beschäftigten einen gerechten und angemessenen Lohn zu zahlen. Die Ausrichtung auf den öffentlichen Dienst entspreche in vielen Bereichen kirchlicher Arbeit diesen Kriterien.

 


KOMMENTAR

Seitens der Mitarbeiterseite ist zu begrüßen, dass ein namhafter Vertreter des VDD die Verpflichtung von Kirche bekräftigt, "ihren Beschäftigten einen gerechten und angemessenen Lohn zu zahlen"

Für die Mitarbeiterseite heißt dies, dass der Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes nach wie vor die Messlatte für die Beschlüsse der KODA sind.

Durch die moderaten Gehaltssteigerungen der letzten Jahre und die einschneidende Reform der betrieblichen Altersversorgung im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Beitrag zur Entlastung der öffentlichen Kassen bereits geleistet.

Zu hoffen ist, dass man sich in den Kirchenleitungen nicht nur Gedanken macht, wie der Einkommensrückgang zu bewältigen ist, sondern auch wie man weitere Einnahmen erreichen kann um die Arbeitsplätze zu sichern, die ja nicht um ihrer selbst willen bestehen, sondern um die vielfältigen Aufgaben von Kirche zu erledigen.

In einer Zeit mit einer hohen Arbeitslosigkeit wie heute, ist der weitere Abbau von Arbeitsplätzen sicher kontraproduktiv.

 gez.
Georg Grädler
Sprecher der Mitarbeiterseite der Bistums KODA Freiburg

gez.
Günter Däggelmann
V
orsitzender DiAG MAV A

gez.
Georg Grandy
Vorsitzender DiAG MAV B